Astrodrama

Zur Person

Friedel Roggenbuck, 2.9. 1955, ist Berufsastrologe, Musiker und Autor bei div. Fachzeitschriften. Er wurde 1976 in Sarnath/ Indien, dem Ort , an dem Buddha seine Lehre erstmals verkündete, in den lebendigen Zodiak initiiert.
1980 begründete er das europäische ASTRODRAMA . Seit 1982 arbeitet er mit HOROSKOPAUFSTELLUNGEN. Seit 1987 Referent bei den Schweizer Astrologie Weltkongressen. 1988 die erste europäische Astrotheaterproduktion : “Helvetia in Transit” –12 Laiendarsteller inszenieren das Schweizer Horoskop.

Friedel Roggenbuck leitet seit 33 Jahren Ausbildungszyklen in Europa und Asien. Seit 37 Jahren verbringt er mehrere Wochen im Jahr im Wilderness- Retreat im Schweigen (Vipassana – Meditation), meist in seiner Wahlheimat der Insel Thassos in der Nordägäis.

Wie bis Du zur Astrologie gekommen?
In den 70igern “pilgerten” wir 3-mal im großen Treck überland nach Indien. Viele dieser “Wanderer zwischen den Welten” waren wirkliche “Sucher” im klassischen Sinne und interessierten sich an allem Exotischen und Mystischem, wozu natürlich auch die Astrologie gehörte. Meine Initiation in die Astrologie bekam ich 1976 an dem Ort, wo Buddha das Rad des Dharma in Bewegung setzte (seine Lehre begann). Aber anstelle eines buddhistischen Lehrers begegnete mir dort in Sarnath Roger, ein alter französischer Astrologe, der auf der großen Wiese vor der Stupa mit Stöcken , Steinen und Tüchern den Zodiak aufbaute und uns beide als Planeten hineinstellte. Da ihm in Benares, bis auf Pass & einen Koffer voller Astro-Bücher alles gestohlen worden war, arrangierte es sich für uns beide, dass er mir Astrostunden gab, und ich seinen Aufenthalt finanzierte.

Was ist Dir in der Astrologie am wichtigsten?
Ob des großen Reichtums an Manifestationsmöglichkeiten der astrologischen Archetypen nie das Staunen zu verlernen! Wichtig ist mir auch parallel zum astrologischen Wissen Gleichmut zu entwickeln. Egal welcher Transit “zu Besuch” kommt, eine Instanz in uns weiß dann: “Alles, was kommt, geht auch wieder”.
Und als Berater finde ich es auch überaus wichtig, praktische Lebenshilfe geben zu können. Das heißt praktische Vorschläge zu unterbreiten, die der Klient später in Eigenregie weiterverfolgen kann. Dazu sollte der Berater selber idealerweise ein breites Wissen über Techniken und Wege der Arbeit an sich selbst, Therapieformen und Heilmethoden verfügen. Auch auf eine bunte Palette von sinnvollen Freizeitaktivitäten zurückgreifen zu können, um daraus seinen Klienten horoskopspezifische Vorschläge machen zu können, kann nicht schaden. Um Planetenkräfte dauerhaft zu aktivieren, oder Spannungen im Horoskop befriedigend zu bearbeiten, muss der Horoskopeigner selber ran! Gute Erklärungen über die Sachlage anhand des Horoskops sind ein guter Einstieg. Damit Wachstum und Veränderungen greifen, braucht es Zeit und Engagement.

Worauf kannst Du in der Astrologie am ehesten verzichten?
Auf fixe Konzepte über astrologische Konstellationen und die Rollen, die die Planeten im täglichen Leben zu spielen haben, im Sinne von : “immer wenn….., dann….”
Jeder Mensch lebt sein Horoskop auf seine ihm eigene Art und Weise.

Du sprichst auf dem DAV-Kongress über: Energiesprache Astrologie – ein energetisierender Astrodrama-Workshop. Welche Rolle spielt das Thema in Deiner eigenen Arbeit?
Astrologe zu werden bedeutet für mich in 1. Linie spüren und schauen zu lernen, wie sich die astrologischen Archetypen im Menschen und in der Welt manifestieren. In diesem Sinne vermittele ich z. Bsp. Grundwissen über Körpersprache, Körpertypen, Bewegungs- und Kommunikationsmuster und die Lebenshaltungen, die dahinter stehen.
Die universellste und energetisch differenzierteste Sprache ist die Musik. Das hört man an der Bandbreite, die guten Musikern beim Improvisieren zur Verfügung stehen, wenn sie sich auf ihren Instrumenten “unterhalten”. In meinem Musikkoffer gibt es für jeden Planeten in jedem Zeichen etwas aus verschiedensten Kontinenten und Stilrichtungen.

Wie kommst Du auf diesen Ansatz?
Aus einer tiefen Freude daran den oft trockenen Astrologie-Stoff lebendig werden zu lassen.
1978 traf ich in einem Sufi-Zentrum Melanie Reinhard, die damals gerade begann mit erfahrbarer Astrologie zu experimentieren. Ihr Ansatz gab mir neue Impulse eigene Übungen, eigenes Material zu entwickeln.
Ich war damals in einer Körperarbeitsausbildung, besuchte diverse Selbsterfahrungs- und Theaterseminare und stellte daraufhin einen Set Übungen für die verschiedenen Planeten zusammen. Die Praxis verschiedenster Massagetechniken führte zur Massage der 4 Elemente……..die Yogalehrer Ausbildung in Indien führte zu den Zodiak-Asanas…
Für die Makrobioten kreierten wir die 5 Elemente Übungen….. Mit Musikerfreunden gab es 4 Elemente-Sessions…. Zu Planetenmusik malten wir Planetenbilder….

Was ist Dir an diesem Thema wichtig?
Dass Menschen aus erster Hand selbst erleben können wie die Planetenkräfte in ihnen und durch sie hindurch wirken. Solche Erlebnisse können zum Beispiel “schlafende” Planeten erwecken, nicht integrierte Persönlichkeitsanteile heimholen, persönliche Kraftquellen erschließen und vielfältige Aha-Erlebnisse produzieren. Im Kraftfeld der astrologischen Archetypen wird oft klar, welche Planeten aus dem eigenen Horoskop man selber zur Verfügung hat, wozu man keinen, oder nur schlechten Zugang hat, und was man vorzugsweise ” leben lässt”- sprich nach Außen projiziert hat.
Wie dem auch sei, für Viele ist es immer wieder ein großes Geschenk, sich in andere Menschen, die vielleicht “ganz anders ticken” hineinfühlen zu können, um dadurch den eigenen Horizont wieder ein Stück zu erweitern.

 

Friedel Roggenbuck, Berufsastrologe, Musiker und Autor