Der komplette Band - z.Zeit ca.
71 A4 Seiten, inkl. 96 Abbildungen,
Photos, Horoskope und Tabellen, umfaßt bislang die Planeten Merkur
bis Pluto.
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Demoauszug: Neptun Teil 3
An dieser Stelle möchte ich nochmals
ausdrücklich die Wichtigkeit der
progressiven Reihenfolge von
a) Tierkreis und
b) Planetenabständen zur Sonne betonen.
Nicht umsonst folgen Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische
aufeinander im Jahreslauf, genauso wie Jupiter von Saturn, Uranus und
Neptun abgelöst wird.
Jeder Schritt baut auf den vorhergehenden auf. Wenn eine Stufe ungenügend
entwickelt oder gar übersprungen wird, ist auf den nachfolgenden Stationen
mit massiven Problemen zu rechnen.
Mit anderen Worten, wer bei Neptun oder den Fischen gelandet ist und im
Gefühlschaos versinkt, hauptsächlich Verwirrung erlebt, sich in Abhängigkeit
von Drogen, Träumen oder anderen Dingen befindet, der hat seine
Hausaufgaben bei den vorhergehenden Stufen schlecht gemacht und tut gut
daran, die vorhergehenden Etappen noch einmal nachzuholen.
Ohne dieses solide, gewachsene Fundament hat die Auflösung und die
Feinstofflichkeit schon manch einen ins 'unheilsame Chaos' anstatt ins
'aufgehobene Eins-Sein' geführt.
Zum Thema Selbstaufgabe und zum Transzendieren der persönlichen Planeten
fällt mir folgender doppelsinniger Zen-Spruch ein:
"Das Ego - jage es, umzingele es, mach es kalt ... aber mußman die Gans
nicht erst fangen, bevor man sie braten will?"
Die Bedürfnisse der inneren Planeten sollten also erst einmal genügend Raum
gehabt haben, bevor sie losgelassen werden können.
Der Mond muß seine Bedürftigkeit, seinen ganz persönlichen Hunger
(Tierkreiszeichen und Aspekte), der Merkur seinen Wissensdurst und
Kommunikationsdrang gestillt haben etc. ... Wer sich zu früh auf die
Umlaufbahnen von Saturn, Uranus, Neptun und Pluto begibt, wird sich früher
oder später wieder diesen verdrängten oder abgeklemmten
Persönlichkeitsanteilen stellen müssen.
Meist passiert dies erst in Pluto's Sphären, dessen Job es ist, Ganzheit
herzustellen, das Abgeschobene wieder zu integrieren.
Wenn wieder ein persönlicher Planet temporär im inneren Orchester die erste
Geige spielt, braucht sich jemand, der alle diese Planetenstufen nacheinander
durchlaufen und entwickelt hat, weder davor abzugrenzen oder diesen
Persönlichkeitsanteil zu verdrängen, noch verliert er seinen konstruktiven
neptunischen Zustand durch dieses temporäre Intermezzo. Er weiß: Alles, was
kommt, geht auch wieder.
Das häufigste "Ausblenden" bei Anhängern neptunisch idealisierter
Lebensphilosophien und Bewegungen geschieht der Mars-Energie gegenüber.
Wer kennt nicht Esoteriker, die angesichts der kleinsten Aggression oder
anderer roher Seiten des Lebens Reißaus nehmen, oder zumindest abwertend
dichtmachen.
Wohin z.B. mit dem überschäumenden Kinder- Mars im Erziehungsstil der
Anthroposophen? Wohin mit der Sexualität beim ernsthaften Meditieren? ...
(wie die lange Liste von sexuellen Lehrer-Schüler-Übergriffen in
verschiedensten Traditionen zeigt.)
Wer es auf der Neptun-Stufe nicht zulassen kann, daßMars-Energie temporär
seinen Körper/Geist einnimmt, d.h. man selber auch - quasi als kosmisches
Rollenspiel - Marsenergie ausdrückt, der wird auf Pluto's Umlaufbahn ein böses
Erwachen haben.
Nur im Zulassen, Durchlassen, Spüren und wieder Vergehenlassen einer
archetypischen Energie nimmt man ihr den "Wind aus den Segeln" und verhilft
ihr zu einem konstruktiven, positiven Ausdruck. Dies ist die annehmende,
mitfühlende Praxis, ja Lebenseinstellung, sich selbst und anderen gegenüber
auf der Neptun- Stufe des spirituellen Weges.
Es geht darum, negativ besetzte Dinge nicht mehr abzuwerten und sich vom
Leib zu halten, sondern im Zulassen und wieder Loslassen zu erlösen.
Dies beinhaltet meist ein sich selbst und anderen verzeihen und vergeben.
Jegliches krampfhafte Ausblenden und Verbannen würde nur zu einem Stau
und zu einem Aufbau der Energie des kosmischen Urprinzips führen, mit dem
man sich später zwangsweise wieder auseinandersetzen müßte.
Doch warum es soweit kommen lassen, wenn
dies auch ohne Drama zu
bewerkstelligen ist! Wirklich loslassen kann man also nur das, was man vorher
einmal selbst war, selbst gelebt hat.
So mancher blutarme, kränkelnde Fisch, so mancher melancholische,
zerbrechliche oder hypersensitive Neptunier täte gut daran, sich selbst mit
Feuer-/Mars-Kraft zu verbinden, um dadurch natürliche Widerstandskraft und
Lebensenergie zu gewinnen.
Was sind nun die Eigenschaften, die bei
Jupiter, Saturn und Uranus integriert
werden müssen, um einen (angenehmen) zufriedenen, positiven und
dauerhaften Neptun- Aufenthalt zu garantieren, um zu vermeiden, daß "der
Fisch" sozusagen "den Bach hinuntergeht"?
In Jupiter's Bereich geht es darum, Visionen eigener erfüllender Lebensinhalte
zu bekommen, dem eigenen Leben Sinn und Bedeutung zu geben und zu
lernen, in allen möglichen Umständen aus eigener Kraft heraus Optimismus und
Freude zu behalten. Typisch neptunische Zustände irgendwo zwischen
Richtungslosigkeit und Hoffnungslosigkeit zeugen also von vergessenem,
verlorenem Jupiter-Gut.
Die Erfahrungen, die bei Saturn gesammelt werden, sind jedoch die
Wichtigsten, um bei Neptun nicht unterzugehen.
Es geht darum, ein tiefes Wissen darüber
zu bekommen, was gut und
förderlich für die eigene Seele, für die eigene Entwicklung ist, und die Stärke
zu bekommen, sich von anderen, nicht hilfreichen Dingen abzugrenzen.
Dies beinhaltet die Entwicklung einer zutiefst persönlichen moralisch-ethischen
Instanz, die besonders auf der Frage basiert:
Was ist es, was mir und anderen Leiden bringt?
und wie kann ich darauf verzichten? ..... daran etwas ändern?
Sowie: Wie zu leben, so daß es mir und anderen so viel wie möglich
Unterstützung und Zufriedenheit auf dem Lebensweg bringt?
Es geht darum, die eigenen Grenzen kennenzulernen und zu respektieren,
persönliche Spielregeln und Gesetze fürs Leben zu entwerfen, und vor allem
darum, sich dann ohne Rigidität konsequent daran zu halten.
Auch die Kunst, sich den Gesetzen der Materie zu unterwerfen und dabei den
"spirit" nicht zu verlieren, kommt aus Saturn's (Lebens-) Schule
. Auf dem spirituellen Weg ist dies die Phase, sich in regelmäßiger, täglicher
Praxis zu üben, Durchhaltevermögen und Ausdauer und damit ein gewisses
Maß an Gleichmut zu entwickeln. Zentral in dieser Phase ist das hautnahe
Erfahren der Wahrheiten, daß sowohl Festhalten als auch Kontrolle Leiden zur
Folge haben ...
Nur nach ausgedehnten saturnischen Lehrjahren
ist es möglich, wirklich tief in
Uranus- und Neptun-Sphären einzutauchen, ohne Schaden, bzw. großen
Zeitverlust, bei der eigenen Entwicklung davonzutragen.
Dies ist der Grund, warum in allen traditionellen spirituellen Wegen das oft
eintönige Erlernen der Basis, der Grundlage so betont (oft überbetont) wird.
Ein Neptunier mit integriertem Saturn ist fähig, 100%ig in die Emotionen der
Umgebung, anderer Menschen einzutauchen. Er kann anderen aus
Einfühlungskraft weiterhelfen, indem er genau spürt, wo der andere steht.
Trotzdem wird er weder von Gefühlen überschwemmt, noch zum konfusen,
Gefühle aufsaugenden Schwamm, wie es oft vielen unglücklichen Fischen
geschieht.
Der Neptunier mit integriertem Uranus kann Situationen, in denen er
menschlich zutiefst bewegt ist, zur selben Zeit von einer Meta- Ebene aus
betrachten, die kausalen Zusammenhänge, die sie verursacht haben,
erkennen und oft genug über die zutage tretende "kosmische Komik" der
Polaritäten lachen.
Ohne diesen uranischen Lernschritt, auf dem man Spaß daran bekommt, sich
in alle möglichen Standpunkte und Rollen hinein- und wieder
herauszuversetzen, mit Gegensätzen zu spielen und plötzlich Situationen zu
verändern, ist die Gefahr gegeben, bei Neptun zu ernst zu werden, zuviel
Tiefgang zu bekommen.
Schon manche fromme Seele ist deshalb in einer Helferrolle steckengeblieben,
in unermüdlichem Einsatz den Riesenberg des Leidens in der Welt abzutragen.
Diese Menschen sind unbestritten sehr wichtig, quasi wie Balsam auf den
immer wieder neu aufreissenden Wunden der Erde.
Jedoch wird sich ein Mensch auf der Neptun- Stufe, der Saturn integriert hat,
dessen Uranus aber unterentwickelt ist, davor hüten, unbequeme Meinungen
zu äußern, geschweige denn politisch aktiv zu werden, um z.B. einen
gesellschaftlichen Machtfaktor anzuprangern, der die weltliche Ursache ist für
sehr viel Leid der Menschen, der im Alltag mit viel Einsatz immer wieder neu
"verdoktert".
Der Schulterschluß von Saturn und Neptun, ohne Uranus, verleitet schnell
dazu, im Stillen unauffällig zu wirken, und Konfrontationen und Kämpfen aus
dem Weg zu gehen, die in vielen Situationen im Beseitigen der Ursache von
Leid viel effektiver wären.
Ohne Uranus ist die Tendenz auch groß, sich einer (spirituellen) Tradition zu
verschreiben und nur innerhalb derer Gesetze zu fungieren und Gutes zu tun.
So jemand mag dann ein Einfühlungsvermögen bezüglich allgemeiner
menschlicher Probleme entwickelt haben, das gesellschaftliche, rassen- und
religionsbedingte Grenzen überschreitet, ist aber unfähig, sein eigenes
Weltbild, seinen eigenen Glauben zu relativieren.
So mag sich ein Christ in kritischen Momenten auf den Satz "weil er für uns
am Kreuz gestorben und wieder auferstanden ist" berufen, und daraus seine
Kraft ziehen, und vollkommenes Unverständnis zeigen, wenn sich ein
Andersgläubiger in derselben Situation beispielsweise mit einer inneren
Anrufung eines Elementarwesens oder seines Gurus wieder inneren Halt
verschafft.
Das gleiche kann in jeder anderen Religion auch passieren, indem man - oft
ungewollt - quasi spirituelle Scheuklappen aufsetzt und nur einige
Kernaussagen, Glaubenssätze verinnerlicht und damit auch als Fisch/Neptunier
dazu beiträgt, den religiösen Fundamentalismus zu verstärken.
Bei Uranus gilt es also, die Freiheit des Rein- und Rausgehens und des
Unabhängigseins, kosmischen Humor durch die innere Fähigkeit des
Standortwechsels und schnelles geistiges Erfassen von kausalen
Zusammenhängen zu entwickeln - wichtige Fähigkeiten auf dem Wege in
Neptun's unterscheidungsloses Sein.
Wohlbemerkt, wer um seine Gefühlstiefe bangt: Diese
uranisch/wassermännischen Eigenschaften behindern nicht das volle
Eintauchen in das neptunische Fühlen.
Dieser klare, durchblickende Zustand kann durchaus parallel zu einem mit
Tränen und Ergriffenheit erfüllten neptunischen Zustand bestehen